SP-Bildungssprecher Benedikt Lentsch verweist auf Gemeinsame Schule als besseres Modell: „IHS-Studie und neue PISA-Ergebnisse zeigen Handlungsbedarf, aber auch Chancen.“
Wenn am Montag das neue Schuljahr beginnt, öffnen sich Türen. Doch nicht für alle Kinder im selben Ausmaß, denn: Bildung wird in Österreich weiterhin maßgeblich vererbt, erklärt der SPÖ-Bildungssprecher im Tiroler Landtag Benedikt Lentsch: „Der Bildungshintergrund der Eltern hat den größten Einfluss auf den Bildungsweg der Kinder – weit mehr als Geschlecht, Herkunft oder Wohnort.“
Das bestätigen mehrere Untersuchungen, darunter auch eine Langzeitstudie des Instituts für Höhere Studien: Demnach besuchen 65 Prozent der Kinder von Akademiker:innen nach der Volksschule eine AHS-Unterstufe. Bei Kindern, deren Eltern höchsten einen Pflichtschulabschluss haben, sind es hingegen nur elf Prozent. Auch die jüngsten PISA-Ergebnisse zeigen große Unterschiede nach sozialer Herkunft. Oder anders gesagt: „PISA zeigt, was Österreich hier an Potential für die Zukunft verschenkt. Weil Bildungschancen in Österreich nicht von Talent und Fleiß, sondern von der sozialen Herkunft abhängig gemacht werden. Das nimmt nicht nur den Kindern die Perspektive, sondern uns alle eine unschätzbare Zahl an klugen Köpfen, die wir in Österreich brauchen, um in der Welt zu bestehen“, kritisiert Lentsch.
Die Problematik sei offensichtlich. Genauso liege aber auch die Lösung auf der Hand. „Da müssen wir etwas tun – und da geht es nicht um Ideologien oder Meinungen. Sondern um Fakten, um unsere Kinder und ihre Zukunft“, betont Lentsch und fordert Veränderung: „Deshalb sind wir als SPÖ für die Gemeinsame Schule der 10 bis 14-Jährigen. Weil es faktisch einfach das bessere Modell ist als die österreichische Praxis, Kinder viel zu früh nach verschiedenen Schultypen zu trennen.“
Ein sozialdemokratisches Kernprojekt schafft derweil bereits mehr Chancengerechtigkeit: die Schule mit Tagesbetreuung. In Wien starten bereits über zwei Drittel der Volkschulanfänger:innen in einer solchen Schule, auch in Innsbruck wurde unter SPÖ-Ägide das Angebot massiv verstärkt.
Das spreche umso mehr für eine Ausbauoffensive, sagt Lentsch, der mit der Sportmittelschule Prutz-Ried ein frühes Vorzeigebeispiel in seinem Heimatbezirk Landeck weiß. „Mit schulischer Tagesbetreuung schaffen wir beides – bessere Bildung für alle Kinder und echte Entlastung für Eltern. Das ist gelebte Chancengerechtigkeit, wo ein ganzes Leben nicht mehr davon abhängt, ob die Eltern sich teure Nachhilfe und Privatbetreuung leisten konnten“, erklärt der Tiroler SPÖ-Bildungssprecher und wünscht zum Schulstart: „Alles Gute an alle Schüler:innen – noch lieber aber die besten Chancen für alle Kinder in unserem Land. Deshalb sind wir als SPÖ für den Ausbau der Tagesbetreuungsangebote und weiterhin ungebrochen für das bessere Modell der Gemeinsamen Schule!“



