Aktuelle Stunde im Tiroler Landtag: SPÖ-Bildungssprecher Benedikt Lentsch für Gemeinsame Schule und mehr frühkindliche Bildung – scharfe Kritik an FPÖ wegen Veröffentlichung der Namen von Schulkindern
Um ihrem Bundesminister den Rücken zu stärken, machten die Neos das Bildungssystem zum Thema der Aktuellen Stunde im Tiroler Landtag. Während die Neoliberalen die Volksschule verlängern wollen, stehe die SPÖ für weitreichendere Reformen, erinnerte SPÖ-Bildungssprecher Benedikt Lentsch. Denn: „Für uns beginnt Bildung nicht erst in der Schule. Bildung beginnt im Kindergarten – und setzt sich darüber hinaus fort.“
Die Landesregierung habe das erkannt – und vor allem auf SPÖ-Initiative das Recht auf Kinderbildung und -betreuung realisiert. „Tirol hat hier bei der frühkindlichen Bildung eine Vorreiterrolle eingenommen“, so Lentsch, der „Mut zu Reformen“ betont: „Wir warten nicht auf die Zukunft, wir gestalten sie.“
Dazu gehöre, dass der Reformwille über Kindergarten und Volksschule hinausgehe „Nicht, weil unser Bildungssystem versagt. Sondern weil wir das Ziel haben müssen, noch besser zu werden – und gerechter zu den Kindern, die alle unabhängig von sozialer Herkunft die besten Bildungchancen verdienen.“
Deshalb fordere die SPÖ die Gemeinsame Schule von zehn bis 14 Jahren. „Diese Gemeinsame Schule muss auch entsprechend gestaltet sein: ganztägig, mit individueller Förderung und verschränktem Unterricht, der Lernen, Üben, Bewegung und Freizeit sinnvoll verbindet.“
Das Potential dahinter unterstreichen zahlreiche Studien – nicht zuletzt angesichts dessen, dass soziale Herkunft in Österreich weiter ausschlaggebend ist: „Während rund 70 Prozent der Kinder von Akademiker:innen den Sprung an die Universität schaffen, gelingt das nur etwa einem Viertel der Jugendlichen aus bildungsfernen Familien.“ Diese Ungerechtigkeit werde die SPÖ niemals akzeptieren: „Jedes Kind muss unabhängig von seiner Herkunft die Chance auf einen erfolgreichen Bildungsweg haben.“
Lentsch: „Wer Kinder zur Zielscheibe macht, hat jede Grenze überschritten.“
Für dieses Ziel müssten ebenso Arbeitsbedingungen für Pädagog:innen verbessert, einheitliche Bundesstandards samt verlässlicher FInanzierung für die Schulassistenz und auch an die Lehre gedacht werden, wobei Lentsch auf den Masterplan von SPÖ-Chef Philip Wohlgemuth für die Tiroler Fachberufsschulen verweist.
Strikt abzulehnen sei die Veröffentlichung der Namen von Schulkindern für eine parteipolitische Debatte, wie es die FPÖ getan hat. „Kinder gehören nicht auf die politische Bühne. Sie dürfen nicht zu Mitteln einer parteipolitischen Auseinandersetzung gemacht werden.“ Das Wegducken von FP-Chef Abwerzger sei inakzeptabel: „Da ist keine mutige Politik, sondern eine Frechheit gegenüber Familien und Kindern.“
Über Bildungspolitik dürfe und müsse hart diskutiert werden, aber ein Grundsatz müsse für alle gelten: „Jedes Kind verdient Respekt, Schutz und die gleichen Chancen. Dafür gilt es zu investieren und mutig zu sein. Um das Beste für die Kinder und unser Bundesland Tirol herauszuholen!“, so das Schlussplädoyer von Benedikt Lentsch, Bildungssprecher der SPÖ Tirol.



