Maria-Ducia-Forschungspreis 2026 für Mag.a Viktoria Wind

SPÖ-Landtagsklub und Universität Innsbruck prämieren Dissertationskonzept zu „sozialdemokratisch-militärischer Männlichkeit in Österreich (1914-1933)

Zur Förderung feministischer Frauen- und Geschlechterforschung vergibt der Landtagsklub der SPÖ Tirol gemeinsam mit dem Büro für Gleichstellung und Gender Studies der Universität Innsbruck alle zwei Jahre den Maria-Ducia-Forschungspreis. Die Fachjury zu überzeugen wusste in diesem Jahr Mag.a Viktoria Wind BA – mit ihrem Dissertationskonzept zu „sozialdemokratisch-militärischer Männlichkeit in Österreich“ zwischen 1914 und 1933.

Die Preisverleihung erfolgte diese Woche im Alten Landhaus in Innsbruck. Dabei gewährte die Preisträgerin auch Einblick in ihr akademisches Vorhaben, die Untersuchung des sozialdemokratischen Soldatenideals vom Ersten Weltkrieg bis zum Ende der Ersten Republik. Eine Konstruktion, die weder einen Krieger noch einen Aggressor, sondern einen Arbeiter und Verteidiger der Demokratie zeichnet – aber doch stets einen Mann nach patriarchalen Vorstellungen. „Der sozialdemokratische Diskurs konstruierte so ein Männlichkeitsangebot, in dem die Bilder des selbstbewussten Staatsbürgers, des organisierten Proletariers und des bewaffneten Verteidigers verschmolzen. Männer blieben also unter sich, während Frauen auch im Bild des republikanischen Soldaten als Objekte ohne Handlungsmacht, als Anhängsel des männlichen Familienernährers galten“, fasst Wind zusammen.

 

SP-Fleischanderl: Ermutigen, für Gleichberechtigung einzustehen

Ein kritischer Blick auf die eigene Vergangenheit, den die SPÖ aktiv unterstützt. Auch dank Maria Ducia, die 1919 mit der SPÖ als erste Frau in den Tiroler Landtag einzieht. Der Forschungspreis soll dabei auch ihr Wirken für Gleichstellung fortführen. „Wir wollen Frauen- und Geschlechterforschung unterstützen und sichtbar machen. Das machen wir im Namen von Maria Ducia. Um uns alle, die nach ihr kommen, im Streben nach Gleichstellung der Frauen zu bestärken“, erklärt die Klubobfrau der SPÖ Tirol, Elisabeth Fleischanderl.

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Verleihung des Maria-Ducia-Forschungspreises, gestiftet vom Landtagsklub der SPÖ Tirol – im Bild: Dr.in Alexandra Weiss (Büro für Gleichstellung & Gender Studies, Universität Innsbruck), Preisträgerin Mag.a Viktoria Wind BA, SPÖ-Klubobfrau Elisabeth Fleischanderl und Jury-Vorsitzende Dr.in Heike Welte (v.l.)

Ebenso soll der Maria-Ducia-Preis einen „fruchtbaren Austausch von Wissenschaft und Politik fördern“, wie es Dr.in Alexandra Weiss vom Büro für Gleichstellung und Gender Studies in ihren eröffnenden Worten zur Preisverleihung formuliert. So soll der Preis akademische Arbeiten von gesellschaftspolitischer Relevanz unterstützen und „gesellschaftspolitische Relevanz heißt auch, dass wir die langen Schatten der Vergangenheit, die bis in unsere Gegenwart reichen und unseren Alltag und Lebensbedingungen prägen, zum Thema machen.“

Das Vorhaben von Preisträgerin Viktoria Wind zeigt sich hier als beispielgebend: „Ihr bisheriger wissenschaftlicher Werdegang ist durch thematische Fokussierung, Konsequenz, und sichtbar gelebte Leidenschaft für Forschung geprägt“, würdigt Jury-Vorsitzende Dr.in Heike Welte. Dabei hinterfragt Wind die „vermeintliche Natürlichkeit von Männlichkeit: Das greift die geplante Dissertation auf – stark, methodisch reflektiert und wissenschaftlich überzeugend. So schließt Viktoria Wind eine Forschungslücke im Kontext von Krieg, Militär und Gewalt, aber auch der Arbeiter:innenbewegung. Etwas, das in dieser Kombination bislang kaum erforscht ist.“

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