Kundl statt China: Tiroler Antibiotika-Produktion sichern!

Tiroler Landtag: VP/SP-Dringlichkeitsantrag zugunsten Europa letzter vollständig integrierter Penicillin-Produktion in Kundl; EU soll Antidumping-Untersuchung gegen China starten

Vom Wirkstoff bis zum fertigen Antibiotikum, produziert an einem Ort: In Kundl betreibt das Pharmaunternehmen Sandoz die letzte vollständig integrierte Penicillin-Produktion Europas. Absichern wollen das die Tiroler Koalitionsparteien VP Tirol und SPÖ Tirol diese Woche im Landtag – per Dringlichkeitsantrag, der auf strategische Bedeutung für Europa und rund 2.000 Arbeitsplätze für Tirol verweist.

„Die sichere Versorgung mit lebenswichtigen Medikamenten ist zentral für ein funktionierendes Gesundheitssystem. Das macht die vollständig integrierte Penicillin-Produktion in Kundl so wichtig. Das wollen wir weiter sicherstellen. Für Europa genauso wie für unser Land“, sagt VP-Klubobmann Sebastian Kolland.

Für Versorgungssicherheit sei größtmögliche Unabhängigkeit von Importen aus Drittstaaten wie China essentiell, betont SP-Wirtschaftssprecher Christian Kovacevic. „Die globalen Umbrüche zeigen: Europa muss auf eigenen Beinen stehen, wichtige Medikamente selbst produzieren können.“ Aus dieser Verantwortung heraus hat das Land gemeinsam mit dem Bund die Produktion in Kundl bislang mit rund 50 Millionen Euro an Förderungen unterstützt. „Wir unterstützen die heimische Antibiotika-Produktion. Unser Dringlichkeitsantrag setzt diese konsequente Linie fort, um Medikamentenversorgung sicherzustellen und rund 2.000 Arbeitsplätze abzusichern“, so Kovacevic.

Neben Maßnahmen zur langfristigen Absicherung der Wirkstoff- und Arzneimittelproduktion auf europäischer Ebene fordern ÖVP und SPÖ Tirol die EU zur Einleitung einer Antidumping-Untersuchung gegen China auf. Hintergrund ist die Einfuhr von Amoxicillin-Wirkstoffen aus der Volksrepublik zu Preisen, die laut Sandoz unter den Produktionskosten liegen. „Die chinesischen Dumpingpreise werfen den Verdacht auf, dass hier mit staatlicher Schützenhilfe die Konkurrenz ausgeschaltet werden soll. Da dürfen und werden wir nicht einfach zuschauen, das gehört aufgeklärt“, sagt Kolland. Die EU müsse hier Stärke zeigen, fordert Kovacevic: „Wir dürfen uns von China nicht in die Abhängigkeit treiben lassen. Der beste Schutz ist Arzneimittel-Produktion auf europäischem Boden. Kundl leistet dafür einen wichtigen Beitrag, der Europa nützt und in Tirol wichtige Arbeitsplätze schafft.“

Dringlichkeit einstimmig zuerkannt, Behandlung noch in dieser Sitzung 

Der Landtag bestätigte am Mittwochvormittag die Dringlichkeit des VP/SP-Antrags – einstimmig und somit auch mit den Stimmen der Opposition. Ein Zeichen der Geschlossenheit, für das die Antragsteller danken. „Eine Demokratie lebt von vielfältigen, auch gegensätzlichen Standpunkten. Genauso wichtig ist es, bei wichtigen Themen für unser Land auch mal an einem Strang zu ziehen. Die einstimmige Zuerkennung der Dringlichkeit ist somit auch ein Zeichen für gemeinsame Verantwortung“, sagen VP-Klubobmann Sebastian Kolland und SP-Wirtschaftssprecher Christian Kovacevic.

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