„ÖBB-Sparkurs darf in Osttirol nicht Rückverlagerung auf die Straße riskieren!“

Lienzer Bürgermeisterin und SPÖ-Verkehrssprecher im Bundesrat verlangen vom ÖBB-Management ein verlässliches Güterverkehrsangebot. Bei einer Einstellung drohen laut Blanik täglich 50 bis 60 zusätzliche Lkw von Montag bis Freitag.

„Die ÖBB-Entscheidungsträger müssen erklären, wie sie mehr Güter auf die Schiene bringen wollen, wenn sie gleichzeitig den Rückzug aus einer ganzen Region prüfen. Unternehmen auf den Lkw zu drängen, ist ein absolut falsches Signal im Kampf um die notwendige Kostenwahrheit zwischen Straße und Schiene“, kritisiert Daniel Schmid, SPÖ-Verkehrssprecher im Bundesrat und Bundesratsvizepräsident.

Anlass sind Berichte über eine mögliche Einstellung des Güterverkehrs nach Lienz. Die ÖBB verweisen auf Personalengpässe und hohe Kosten, betonen aber, dass noch keine Entscheidung gefallen sei.

Die angekündigten Gespräche müssten jetzt unter Einbindung der betroffenen Unternehmen, der Belegschaftsvertretung sowie der zuständigen Verantwortlichen in Tirol, Kärnten und im Bund verbindliche Ergebnisse bringen, fordert mit BR Schmid auch Elisabeth Blanik, Landtagsvizepräsidentin und SPÖ-Bürgermeisterin von Lienz: „Das ÖBB-Management darf seine Probleme nicht auf Osttirol abladen. Wir verlangen ein funktionierendes Bahnangebot. Noch mehr Schwerverkehr werden wir als SPÖ nicht akzeptieren.“

Im Fall einer Einstellung würden dem Bezirk Lienz 50 bis 60 zusätzliche Lkw täglich von Montag bis Freitag drohen, warnt Blanik und mahnt die ÖBB zur Verantwortung. „Eine Einstellung des Güterverkehrs auf der Schiene ginge zulasten unserer Betriebe und der verkehrsgeplagten Bevölkerung. Gerade Rossbacher will beim Wiederaufbau mehr auf die Bahn setzen. Solche Investitionen brauchen einen verlässlichen Partner.“

Der gesamte regionale Wirtschaftsstandort stehe auf dem Spiel: „Die Einstellung des Güterverkehrs wäre ein massiver Angriff auf den Wirtschaftsstandort für den gesamten Bezirk Lienz und das obere Drautal!“ Auch der berichtete Umgang mit den Unternehmen sei inakzeptabel: „Es spricht nicht für professionelles Agieren seitens der ÖBB, Unternehmen Mitte Oktober über die mögliche Einstellung der Transporte mit Dezember-Fahrplan zu informieren!“

SPÖ-Bundesrat Schmid nimmt umso mehr das ÖBB-Management in die Pflicht: „Personalplanung gehört zu den Aufgaben der Unternehmensführung. Personalengpässe zu benennen, ersetzt keine Lösung. Die Verantwortlichen müssen darlegen, wie sie die Bedienung sichern, statt den Rückzug zulasten der Kunden und der Bevölkerung vorzubereiten.“

Bereits im November 2023 hatte Schmid im Bundesrat vor Verlusten im Einzelwagenladungsverkehr und einer Rückverlagerung auf die Straße gewarnt. „Die Unternehmen wollen ihre Güter mit der Bahn transportieren. Dafür brauchen sie verlässliche Abholungen und Zustellungen zu leistbaren Preisen. Das ÖBB-Management muss dafür sorgen, dass das auch künftig möglich ist.“

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