Einfachere Fahrradmitnahme in Bus und Bahn: Einstimmigkeit im Tiroler Landtag

Der Tiroler Landtag hat am Donnerstagabend einstimmig einen Antrag der beiden Regierungsfraktionen SPÖ Tirol und Tiroler Volkspartei beschlossen, mit dem die Tiroler Landesregierung aufgefordert wird, die bestehenden Regelungen zur Fahrradmitnahme im öffentlichen Verkehr umfassend zu evaluieren und eine praxistaugliche, bedarfsgerechte sowie zukunftsorientierte Strategie für ganz Tirol zu erarbeiten.

„Das Fahrrad ist längst ein unverzichtbarer Bestandteil moderner Mobilität. Wer Bus und Bahn mit dem Fahrrad kombiniert, soll auf ein einfaches, verständliches und verlässliches System vertrauen können. Genau hier wollen wir ansetzen und bestehende Regelungen weiter verbessern“, betonen SP-Verkehrssprecher Christian Kovacevic und VP-Verkehrssprecher Florian Riedl.

Ziel des Landtagsbeschlusses ist es, die Fahrradmitnahme im gesamten Verkehrsverbund Tirol einfacher, transparenter und einheitlicher zu gestalten. Dabei sollen insbesondere unterschiedliche Tarifmodelle und Mitnahmebestimmungen überprüft und vereinheitlicht werden.

„Derzeit unterscheiden sich Tarife und Regelungen je nach Verkehrsmittel und Anbieter teilweise erheblich. Das führt zu Unsicherheiten bei den Fahrgästen. Unser Ziel ist ein transparentes und leicht verständliches Angebot, das die Nutzung des öffentlichen Verkehrs noch attraktiver macht“, so Kovacevic.

Neben einer einheitlichen Tarifstruktur sollen auch klare Regelungen für die Fahrradmitnahme geschaffen werden. Dazu zählen unter anderem einheitliche Mitnahmebedingungen, ausreichende Kapazitäten sowie praktikable Lösungen für den Einsatz von Fahrradheckträgern oder Anhängern.

Ein weiterer Schwerpunkt des Antrags liegt auf der Entlastung der Fahrerinnen und Fahrer. „Gerade in der Hauptsaison oder auf stark frequentierten Linien entstehen durch das Verladen von Fahrrädern oftmals Verzögerungen. Deshalb sollen auch betriebliche Erfordernisse stärker berücksichtigt werden – etwa durch ausreichende Verladezeiten im Fahrplan oder die Prüfung zusätzlicher Maßnahmen wie Fahrradhaltestellen oder zeitlicher Einschränkungen in Spitzenzeiten“, erklärt Riedl.

Darüber hinaus sieht der Beschluss den weiteren Ausbau der Infrastruktur vor. Dazu gehören zusätzliche Radwege, moderne Radabstellanlagen sowie ergänzende Angebote wie Bike-Sharing-Systeme. „Nur wenn die verschiedenen Verkehrsmittel optimal zusammenspielen, gelingt eine nachhaltige und klimafreundliche Mobilität. Das Fahrrad ist dabei ein zentraler Baustein der sogenannten intermodalen Mobilität“, betonen die Verkehrssprecher von Tiroler VP und SPÖ Tirol.

Bei der Erarbeitung der neuen Strategie sollen Verkehrsunternehmen, Interessenvertretungen, Tourismusorganisationen sowie weitere betroffene Partner eng eingebunden werden.

„Mit diesem einstimmigen Landtagsbeschluss setzen wir ein klares Zeichen für einen modernen öffentlichen Verkehr und für eine bessere Verknüpfung von Bus, Bahn und Fahrrad. Davon profitieren Pendlerinnen und Pendler ebenso wie Familien, Freizeitsportler und Gäste unseres Landes“, so Riedl und Kovacevic abschließend.

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