Brenner-Straßenverkehr: „Die Schiene ist nicht zu teuer, sondern die Straße zu billig.“

Verkehrssprecher der SPÖ Tirol will heimischen Transportsektor stärken – und warnt vor weiterhin ungehaltenem Wachstum der Straßentransporte durch Europa: „Braucht rigoroses Umdenken.“

Ein LKW auf der Brenner-Autobahn zieht vierfach höhere Folgekosten für die öffentliche Hand nach sich als ein vergleichbarer Tranport auf der Schiene: Das zeigt eine aktuelle Studie im Auftrag der EU-Alpenraumstrategie, die „beweist, dass das über Jahrzehnte ungehaltene Wachstum der Straßentransporte quer durch Europa zulasten der heimischen Bevölkerung geht – bei Gesundheit und Lebensqualität genauso wie über Zusatzbelastungen der Infrastruktur. Die Kosten dafür tragen wir alle, doch die Profite wandern in die Tasche der Frächterbosse“, betont der SPÖ-Verkehrssprecher im Tiroler Landtag, Christian Kovacevic, und fordert: „Hier braucht es ein rigoroses Umdenken, gerade auf EU-Ebene.“

Hemmschuh sind hier vor allem Rechtsaußen-Parteien wie die FPÖ, die wie der italienische Verkehrsminister Salvini die „Frächterlobby lieber verhätschelt als für die verkehrsgeplagte Bevölkerung einzustehen“, kritisiert der SPÖ-Verkehrssprecher. Klar ist jedenfalls: „Die Schiene ist nicht zu teuer, sondern die Straße zu billig“, unterstreicht Kovacevic die Notwendigkeit von Kostenwahrheit, ähnlich wie in der Schweiz. „Gleichzeitig ist aber auch vielfach die tatsächliche Zweckmäßigkeit von Straßentransporten quer durch den Kontinent zu hinterfragen. Meist stehen dahinter ausländische Firmen, die ihre Fahrer massiv unter Druck setzen und vielfach auch unverschämt ausbeuten.“

Solange Waren kreuz und quer durch Europa geschickt werden und trotzdem noch billiger sind als heimische Produkte, werde sich das Konsumverhalten der Bevölkerung nur bedingt ändern, nennt der Tiroler SPÖ-Landtagsabgeordnete die Problematik beim Namen: „Die sprichwörtliche Kartoffel muss nicht von Hamburg nach Neapel nur zur Reinigung gekarrt werden, um dann in einem österreichischen Supermarkt zu landen.“

Mehr Regionalität hätte hier viel Potential, doch: „Regionalität kann nur durch eine faire Bemautung von überflüssigen internationalen Transporten gefördert werden. Dasselbe gilt für die Stärkung der heimischen Spediteure, für deren Geschäft noch genügend Potenzial am heimischen Markt verfügbar wäre“, schließt Christian Kovacevic, SPÖ-Sprecher für Verkehr und Wirtschaft im Tiroler Landtag.

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