Nationalrat Bernhard Höfler: „Die Menschen entlang der Transitstrecken brauchen Schutz – nicht neue Debatten gegen den Nacht-60er und nicht noch mehr Druck auf Tirols Straßen.“
SPÖ-Nationalrat Bernhard Höfler kritisiert die jüngsten FPÖ-Vorstöße im Transitbereich scharf. Für Höfler ist klar: „Wer in Tirol Verantwortung ernst nimmt, schützt die Menschen entlang der Transitachsen. Wer ausgerechnet beim Nacht-60er lockern will und Gigaliner als sinnvolle Innovation darstellt, hat die Realität in unserem Land nicht verstanden.“ Im Nationalrat wurde am 26. März 2026 ein FPÖ-Antrag behandelt, der das generelle Nacht-Limit für Lkw von 60 auf 80 km/h anheben will. In der Parlamentskorrespondenz wird das ausdrücklich so festgehalten.
Höfler verweist zudem auf die aktuelle parlamentarische Anfrage des FPÖ-Nationalrats Christofer Ranzmaier vom 15. April 2026. Diese trägt den Titel „Wirksamkeit und Evidenzlage des ‚Nacht-60ers‘ für LKW in Österreich“ und spricht von „erheblichen Zweifeln“, ob diese Schutzmaßnahme die angestrebten Wirkungen tatsächlich erreiche. „Wer beim Lärmschutz zuerst Zweifel sät, statt die betroffene Bevölkerung zu schützen, setzt politisch das völlig falsche Signal“, so Höfler.
Auch beim Thema Gigaliner sieht Höfler eine klare freiheitliche Schlagseite. In der Bundesratsdebatte vom 12. März 2026 wurde aus dem FPÖ-Antrag zitiert, dass Gigaliner in anderen EU-Ländern „erfolgreich im Einsatz“ seien und in Österreich verboten würden. In derselben Debatte wurde betont, dass diese Fahrzeuge in Österreich nicht erlaubt sind und dass man nicht den Tirolern am Brenner oder im Inntal erklären wolle, warum dort plötzlich „Monstertrucks“ fahren sollen. „Genau darum geht es“, sagt Höfler. „Tirol braucht weniger Belastung, nicht mehr. Wer solche Lkw schönredet, arbeitet gegen die Interessen der Menschen im Land.“
Für Höfler ist die Richtung eindeutig: „Die Leute entlang der Transitstrecken brauchen Nachtruhe, Sicherheit und Schutz vor noch mehr Schwerverkehr. Sie brauchen keine Freiheitlichen, die Schutzmaßnahmen aufweichen und am Ende so tun, als wäre das vernünftige Verkehrspolitik.“
Gleichzeitig verweist Höfler auf Maßnahmen, die den Gemeinden tatsächlich helfen. Die Novelle zu intelligenten Verkehrssystemen, die am 25. März 2026 im Nationalrat einstimmig beschlossen wurde, sieht laut Parlamentskorrespondenz auch Sanktionsmöglichkeiten für Anbieter von Navigationssystemen vor, die Verkehr auf Ausweichrouten durch Dörfer leiten. „Genau dort muss Politik ansetzen: weniger Ausweichverkehr durch unsere Orte und mehr Schutz für die Bevölkerung – nicht neue Ideen, wie man den Transit noch leichter macht“, so Höfler.
Abschließend hält Höfler fest: „Tirol ist keine Versuchsstrecke für jede freiheitliche Lockerungsfantasie im Transitbereich. Unsere Linie ist klar: Schutz der Bevölkerung, Stärkung der Schiene und keine weitere Aufweichung von Maßnahmen, die unser Land entlasten sollen.“



