Finaler Schritt der Wiedereinführung auf SPÖ-Initiative aus dem Regierungsprogramm: Landesregierung beschließt Förderrichtlinien für den neuen Tiroler Naturschutzfonds; Verdoppelung der Finanzmittel zu erwarten
Artenschutzprojekte, die Renaturierung von Flüssen und Mooren, Bildungsangebote: Diese und viele weitere Maßnahmen für Natur und Umwelt können in Tirol auf sichere Finanzierung zählen – dank des neuen Tiroler Naturschutzfonds. 2017 von den Grünen abgeschafft und als SPÖ-Forderung in das aktuelle Regierungsprogramm hineinverhandelt, feiert das Finanzierungsinstrument auf SPÖ-Initiative nun ein Comeback. Der finale Schritt folgte heute, Dienstag, mit dem Beschluss der Förderrichtlinien durch die Landesregierung, informieren der zuständige Landesrat René Zumtobel und Christian Kovacevic, SPÖ-Sprecher für Naturschutz im Tiroler Landtag.
„Der Naturschutzfonds – als Sparbuch für unsere Natur – war umweltpolitisch seit Beginn meiner Tätigkeit als Naturschutzlandesrat eines meiner wichtigsten Vorhaben. Mit dem neuen Tiroler Naturschutzfonds schaffen wir eine eigenständige, von Budgetverhandlungen losgelöste, längerfristige Finanzierung für den Naturschutz in unserem Land. Seit Jahresbeginn fließen 100 Prozent der mittlerweile erhöhten und fix indexierten Naturschutzabgabe zusätzlich zu Verwaltungsstrafen und Ersatzzahlungen in den Fonds“, erklärt Zumtobel und nennt konkrete Zahlen: „Bis Jahresende stehen dem Naturschutz damit bis zu 1,5 Millionen Euro, zweckgebunden und budgetunabhängig, für Tiroler Naturschutzmaßnahmen zur Verfügung. Das ist eine Verdoppelung der bisherigen Mittel.“
Die Symbolkraft unterstreicht auch Kovacevic: „Der neue Tiroler Naturschutzfonds ist ein klares Bekenntnis der schwarz-roten Landesregierung zugunsten einer intakten Umwelt, auch für kommende Generationen.“
Die Tiroler Naturschutzoffensive gelingt dabei ohne Belastungen der Bevölkerung. „Soziale Gerechtigkeit ist für Klimaschutz, wie wir ihn als SPÖ vorantreiben, das Fundament. Dabei zeigen wir auch vor, wie Gegenfinanzierung ohne Belastung der breiten Bevölkerung gelingen kann“, betont der SPÖ-Sprecher für Naturschutz. Das spiegelt sich nicht zuletzt in der Naturschutzabgabe wider: Sie ist von Projektbetreibern bei Inanspruchnahme der Natur zu entrichten und wurde 2024 unter SPÖ-Ägide zum ersten Mal seit 20 Jahren erhöht – inklusive jährlicher Valorisierung. „So schaffen wir einen sozial gerechten und langfristigen Ausgleich im Sinne der Natur, ohne die Tiroler:innen zu belasten oder die wirtschaftliche Entwicklung zu gefährden. Der neue Naturschutzfonds ist ein solides Sparbuch für den Artenschutz, Renaturierungen und Umweltbildungsprojekte sowie zum Schutz unseres einzigartigen Lebens- und Naturraums“, schließen Landesrat René Zumtobel und Naturschutzsprecher Christian Kovacevic von der SPÖ Tirol.
FACTBOX zum neuen Tiroler Naturschutzfonds
- Der Tiroler Naturschutzfonds wurde 2017 unter ÖVP/Grüne abgeschafft
- Von der SPÖ wurde eine Wiedereinführung des Fonds in das aktuelle Regierungsprogramm als zentrale Forderung im Bereich Umwelt- und Naturschutz hineinverhandelt
- Im Wesentlichen wird der Naturschutzfonds durch die Naturschutzabgabe gespeist, zu entrichten von Projektbetreibern von Vorhaben wie etwa dem maschinellen Abbau von mineralischen Rohstoffen oder der Errichtung von Seilbahnen.
- Die Naturschutzabgabe wurde 2025 auf Antrag von Naturschutzlandesrat Renè Zumtobel das erste Mal nach 20 (!) Jahren um 10 Prozent erhöht sowie eine jährliche automatische Wertanpassung der Abgabe (2026: +3,3%) eingeführt.
- Seit Beginn des Jahres fließen 100 Prozent der Naturschutzabgabe in den Fonds: Alle Mittel sind zweckgebunden für Maßnahmen des Natur- Klimaschutzes zu verwenden.
- In einem Finanzjahr nicht verwendete Fondsmittel werden einer Rücklage zugeführt und stehen damit auch im Folgejahr für den Natur- und Umweltschutz zur Verfügung.
Beispiele für Förderungen aus dem Tiroler Naturschutzfonds
- Renaturierungen von Flüssen
- Moorrenaturierungen
- Almrevitalisierungen in Naturparken
- Pflege von Feuchtgebieten
- Vielseitige Artenschutzprojekte (z.B. Amphibien, Fledermäuse, Vögel)
- Schutzgebietsbetreuung
- Projekte der Naturparke und Schutzgebiete
- Pflege von wertvollen Wiesen, Weiden, Feuchtgebieten
- Naturdenkmalpflege
- Bildungsprojekte im Naturschutz
- Anlage von Hecken und Streuobstwiesen
- Neophytenmanagement
- Waldumweltmaßnahmen



