EU sollte sich für Gesundheit einsetzen, nicht für Frächterlobby

SP-Verkehrssprecher Wohlgemuth: „66 Prozent der LKW-Lenker müssen übermüdet ans Steuer.“

Kritisch sieht der Verkehrssprecher der SPÖ im Tiroler Landtag, Philip Wohlgemuth, die Aussagen der EU-Kommissarin Adina Valean. Sie meinte gestern nach einem Treffen mit dem italienischen Lega-Verkehrsminister Matteo Salvini, dass Tirol seine Abwehrmaßnahmen gegen den LKW-Transitverkehr überdenken müsse. „Dass sich eine EU-Kommissarin derart vor den Karren spannen lässt, ist eigentlich ungeheuerlich“, so Wohlgemuth. Er hält fest: „Die Maßnahmen gegen die LKW-Flut dienen dem Schutz der Menschen in Tirol. Die EU täte gut daran, sich wie wir an ihre Seite zu stellen, statt das Sprachrohr der Frächter zu sein. Deren Profit geht zu Lasten der Tirolerinnen und Tiroler, aber längst auch zu Lasten jener, die am LKW-Steuer sitzen – und das oftmals völlig übermüdet, weil ihre Bosse jeden Cent an Gewinn rausholen wollen.

Das Ausmaß der Problematik zeigt dabei eine aktuelle Studie der Europäischen Transportarbeiter-Föderation (ETF). „66 Prozent der LKW-Lenker müssen übermüdet ans Steuer, weil für ausreichende Pausen de facto die Zeit fehlt. Das sind nicht nur schlechte Arbeitsbedingungen. Das ist Ausbeutung in Reinform, die alle auf der Straße in Gefahr bringt“, erklärt Wohlgemuth, auch Tiroler Vorsitzender des ÖGB. „Die EU sollte besser hier für Verbesserungen eintreten und ihre Hausaufgaben machen, statt Notmaßnahmen von verkehrsgeplagten Regionen zu bekritteln“, fordert SPÖ-Verkehrssprecher Philip Wohlgemuth.

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