Oberländer SPÖ-Bundesrat fordert Respekt vor Tirols kleinstrukturierter Landwirtschaft
Mit deutlicher Kritik reagiert SPÖ-Bundesratsvizepräsident Daniel Schmid auf Berichte über Wolfsrisse mit toten Schafen im Tiroler Oberland, nach denen eine betroffene Bauernfamilie mit Anzeigen von Tierschützern konfrontiert sind: „Wer Bäuerinnen und Bauern nach einem Wolfsriss auch noch anzeigt, trifft Menschen, die ohnehin bereits Schaden erlitten haben. Das ist eine glatte Ohrfeige für all jene, die tagtäglich mit Herzblut unsere Landwirtschaft erhalten.“
Dabei gehe es nicht darum, Tierschutzarbeit grundsätzlich infrage zu stellen, so der selbst im Tiroler Oberland lebende SPÖ-Bundesrat: „Tierschutz ist wichtig. Aber auch im Tierschutz braucht es Maß und Ziel. Wenn jene mit haltlosen Anzeigen terrorisiert werden, die täglich Verantwortung für ihre Tiere übernehmen, ist eine Grenze überschritten.“
Gerade im Tiroler Oberland seien die Betriebe klein strukturiert, meist im Nebenerwerb geführt und unter schwierigen Bedingungen bewirtschaftet. Ein Wolfsriss sei deshalb nicht nur ein finanzieller Schaden, sondern auch eine emotionale Belastung für die betroffenen Familien: „Viele Kinder wachsen am Hof mit den Tieren auf. Da geht es auch um Bindung zu den eigenen Tieren.“
Wenn auf solche Vorfälle nicht Unterstützung, sondern Anzeigen folge, sei das völlig unverständlich. „Man muss schon fragen dürfen, welche Motivation dahintersteht, wenn Bauern nach einem solchen Ereignis auch noch angezeigt werden. Das ist kein Beitrag zu einer sachlichen Lösung, sondern zusätzlicher Druck auf Menschen, die ohnehin bereits stark belastet sind.“
„Wer von Regionalität, Tierwohl und Nachhaltigkeit spricht, darf jene Menschen nicht alleinlassen, die genau diese Arbeit leisten. Unsere Bäuerinnen und Bauern verdienen Respekt, Rückhalt und Unterstützung statt Anzeigen aus Schadenfreude“, so Schmid abschließend.



